Zwischen 1939 und 1941 existierte in Berlin eine Zentralstelle für jüdische Auswanderung. Ihren Dienstsitz hatte sie in der Kurfürstenstraße 116. Hier arbeiteten Gestapobeamte und Beamte der Reichsfinanzverwaltung unter der Leitung Adolf Eichmanns Hand in Hand an der Ausplünderung von Jüdinnen*Juden, die aus Deutschland ausreisen wollten.
Vor der Auswanderung wurden hier ausstehende Steuerschulden eingetrieben und die „UnbedenklichkeitsbescheinigungenVon Finanzämtern ausgestellte Bescheinigung über die Zahlung von Steuerrückständen und Zwangsabgaben für Jüdinnen*Juden.“ ausgestellt. – Erst mit so einer Bescheinigung, dass keine Schulden gegenüber dem Staat bestanden, konnten Menschen das Land verlassen. Mit dem Auswanderungsverbot im Oktober 1941 stellte die Zentralstelle ihre Tätigkeit ein.
Schreiben der Zentralstelle für jüdische Auswanderung an das Finanzamt Moabit-West bezüglich der Ausstellung einer UnbedenklichkeitsbescheinigungVon Finanzämtern ausgestellte Bescheinigung über die Zahlung von Steuerrückständen und Zwangsabgaben für Jüdinnen*Juden. für Hans Lange, 28. Juni 1939. BLHA, Rep. 36A (II) Nr. 21202 Bl. 8