Obergerichtsvollzieher finden sich als Justizbeamte in zwei Rollen in den Akten der Vermögensverwertungsstelle wieder:
Bei der ersten DeportationswelleDie Geheime Staatspolizei Berlin fasste eine größere Serie von Deportationstransporten, die sie in einem bestimmten Zeitraum organisierte und durchführte, zu „Deportationswellen“ zusammen. führten die Obergerichtsvollzieher in den Wohnungen die Versteigerungen des Besitzes der Deportierten durch, wofür sie 10% vom Erlös als Gebühr berechneten.
Zudem begutachteten sie die zurückgebliebenen Einrichtungsgegenstände von deportierten Personen in deren Wohnungen. Die verschiedenen Objekte und ihre geschätzten Werte hielten sie in dem Formular „Inventar und Bewertung“ fest. Abhängig vom Wert der Wohnungseinrichtung berechneten sie dafür die Tax- und Schreibgebühr und stellten unter anderem Fahrtkosten in Rechnung.