Museen

Museen finden sich in den Akten der Vermögensverwertungsstelle als direkte Käufer von geraubten Kunst- und Kulturgütern.

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In einigen Fällen nahmen Museen eine privilegierte Position ein. Die Vermögensverwertungsstelle unterrichtete sie über als wertvoll eingestufte Kulturgüter, die sie beschlagnahmt hatte. So konnten öffentliche Museen und andere staatliche Kultureinrichtungen vor den Versteigerungen auf diese Objekte zugreifen.

Beispielsweise erwarb das Focke-Museum in Bremen 1942 eine Barockkommode aus dem im Bremer Freihafen lagernden Umzugsgut von Ernst Georg Zadek vor der öffentlichen Versteigerung.

Neben diesem direkten Zugriff auf die entzogenen Kulturgüter konnten Museen auch über Umwege in den Besitz dieser Gegenstände gelangen. Von Kunst- und Antiquitätenhändler*innen auf den Versteigerungen der NS-Finanzverwaltung erworbene Kunstwerke fanden häufig indirekt ihren Weg in öffentliche Sammlungen.

Dokument mit wenigen maschinenschriftlichen Zeilen

Das Focke-Museum in Bremen erwarb die Barockkommode für 800 RM, März 1942. BLHA, Rep. 36A (II) Nr. 41083, Bl. 34

Maschinenschriftliches Dokument: tabellarische Auflistung von vierzehn Positionen an Kunstwerken, ihrer Erwerber*innen und der Erlöse

Erste Seite des 25-seitigen Versteigerungsprotokolls zum Besitz von Bruno Cassirer, 1. März 1944, BLHA, Rep. 36A (II) Nr. 6227, Bl. 131v