Berliner Gebrauchtwarenhandel

Der Berliner Gebrauchtwarenhandel war der größte gewerbliche Nutznießer bei der Enteignung der Deportierten durch die Vermögensverwertungsstelle beim OFP Berlin-Brandenburg. Bestimmten Einzelhändler*innen wurde in Verträgen mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ein exklusiver Zugang zu den Wohnungseinrichtungen der Deportierten gewährt. Während „hochwertiges“ Kunst- und Kulturgut von ausgewählten Auktionator*innen verkauft wurde, fanden „minderwertige Erzeugnisse“ über die Ladengeschäfte der Trödler*innen ihren Weg in die Berliner Haushalte.

Maschinenschriftliches Dokument mit Adressliste; handschriftliche Durchstreichungen
Erste Seite der Liste der Berliner Einzelhändler*innen, die von der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Gebrauchtwarenhandel zum Handel mit geraubten Wohnungseinrichtungen vorgeschlagen wurden, 1942. Landesarchiv Berlin, A Pr. Br. Rep. 030, Nr. 21830, Bl. 46v