Die Menschen

In jeder Akte der Vermögensverwertungsstelle verbergen sich Biografien von Menschen, die durch die nationalsozialistische Verfolgung auch ihren Besitz verloren – darunter Kunst- und Kulturgüter.
Sechs Beispiele aus den Akten zeigen, welche unterschiedlichen Wege die geraubten Objekte nahmen, wie die NS-Finanzverwaltung sie dokumentierte und welche Lebensgeschichten sich dahinter befinden.

Story

Paul Jakob Eisner

1941 wurden Gegenstände von Paul Jakob Eisner zu den Versteigerungsräumen des Finanzamts Moabit-West am Kottbusser Ufer 39/40 gebracht, die zuvor bei der Speditionsfirma Gustav Knauer eingelagert gewesen waren. Zu diesem Zeitpunkt waren Eisner und seine Familie schon vor den Nationalsozialist*innen geflohen. Was war bis dahin geschehen? Und wie fanden zwei Gemälde aus Eisners Besitz Eingang in den „Sonderauftrag Linz“?

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Paul Jakob Eisner

Geboren:
30. Juni 1886 in Berlin
Gestorben:
29. Juli 1965 in Kreuzlingen, Schweiz
Letzter Wohnort:
Große Querallee 2, Berlin
Story

Hugo Loewy

Der Kaufmann Hugo Loewy handelte mit Seidenbändern und führte mit seiner Familie ein bürgerliches Leben in Berlin. Durch die antisemitische Politik der Nationalsozialist*innen verlor er zuerst seine Fabrik, dann seine Wohnung und mit der Deportation seinen letzten Besitz und sein Leben. Die Kunstwerke, die Hugo Loewy besessen hatte, verschwanden in Privatbesitz.

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Hugo Loewy

Geboren:
20. März 1862 in Czarnikau/Posen (heute Czarnków, Polen)
Gestorben:
Ermordet 5. Dezember 1942 in Treblinka, (damals deutsch besetztes) Polen
Letzter Wohnort:
Kurfürstendamm 195, Berlin
Story

Fritz Kurt Lomnitz

Fritz Kurt Lomnitz arbeitete im Vorstand einer Getreidegesellschaft. Er ließ 1933 für sich und seine Familie in Berlin-Grunewald eine Villa bauen, die er mit einigen Kunstwerken ausstattete. 1938 flohen Lomnitz und seine Frau vor der Verfolgung über New York nach Kuba. Eines der Kunstwerke aus dem Besitz der Familie Lomnitz tauchte in einem Berliner Museum wieder auf.

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Ausschnitt eines Dokuments: Unterschrift von Fritz Kurt Lomnitz

Fritz Kurt Lomnitz

Geboren:
7. Januar 1890 in Breslau/Schlesien (heute Wrocław, Polen)
Gestorben:
Unbekannt
Letzter Wohnort:
Lassenstraße 1a, Berlin
Story

Edith und Max Michaelis

Auf der ersten Seite der Akte, die bei der Vermögensverwertungsstelle zu dem Rechtsanwalt Max Michaelis und seiner Frau Edith geführt wurde, findet sich die Bleistiftnotiz „bevorzugt“. Was aus dem Eigentum der Eheleute Michaelis behandelten die Beamten der Vermögensverwertungsstelle hier „bevorzugt“ und warum?

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Edith und Max Michaelis

Geboren:
Edith Michaelis: 9. August 1883 in Berlin, Max Michaelis: 8. Oktober 1885 in Berlin
Gestorben:
Deportiert nach Minsk/Maly Trostinec, festgestellter Todeszeitpunkt 1. Januar 1944
Letzter Wohnort:
Kurfürstendamm 185, Berlin
Story

Recha Storck

Die Direktrice und Witwe eines Künstlers Recha Storck lebte bis zu ihrer Deportation 1943 in einem Villenviertel in Berlin-Nikolassee. Zu ihrem letzten Hab und Gut, das ihr mit der Deportation geraubt wurde, zählten auch Gemälde ihres Ehemannes Adolf Eduard Storck.

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Unterschrift von Recha Storck

Recha Storck

Geboren:
17. Oktober 1872 in Wien
Gestorben:
Deportiert nach Auschwitz, festgestellter Todeszeitpunkt 30. April 1944
Letzter Wohnort:
Prinz-Friedrich-Leopold-Straße 44, Berlin
Story

Oskar Skaller

Der Berliner Unternehmer und Kunstsammler Oskar Skaller musste bei seiner Flucht aus Deutschland Umzugsgut zurücklassen. Dazu zählte eine Kiste persischer Keramiken, die die NS-Finanzverwaltung raubte. Welche Rolle spielten die Staatlichen Museen zu Berlin in dem Fall?

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Schwarzweißfotografie eines Mannes im Halbprofil nach links

Oskar Skaller

Geboren:
29. Juli 1874 in Ostrowo/Posen (heute Ostrów Wielkopolski, Polen)
Gestorben:
21. Oktober 1944 in Johannesburg, Südafrika
Letzter Wohnort:
Württembergische Straße 36, Berlin