NS-Kunstraub in den Akten der Vermögensverwertungsstelle Berlin
Die Menschen
In jeder Akte der Vermögensverwertungsstelle verbergen sich Biografien von Menschen, die durch die nationalsozialistische Verfolgung auch ihren Besitz verloren – darunter Kunst- und Kulturgüter.
Sechs Beispiele aus den Akten zeigen, welche unterschiedlichen Wege die geraubten Objekte nahmen, wie die NS-Finanzverwaltung sie dokumentierte und welche Lebensgeschichten sich dahinter befinden.
1941 wurden Gegenstände von Paul Jakob Eisner zu den Versteigerungsräumen des Finanzamts Moabit-West am Kottbusser Ufer 39/40 gebracht, die zuvor bei der Speditionsfirma Gustav Knauer eingelagert gewesen waren. Zu diesem Zeitpunkt waren Eisner und seine Familie schon vor den Nationalsozialist*innen geflohen. Was war bis dahin geschehen? Und wie fanden zwei Gemälde aus Eisners Besitz Eingang in den „Sonderauftrag Linz“?
Der Kaufmann Hugo Loewy handelte mit Seidenbändern und führte mit seiner Familie ein bürgerliches Leben in Berlin. Durch die antisemitische Politik der Nationalsozialist*innen verlor er zuerst seine Fabrik, dann seine Wohnung und mit der Deportation seinen letzten Besitz und sein Leben. Die Kunstwerke, die Hugo Loewy besessen hatte, verschwanden in Privatbesitz.
Fritz Kurt Lomnitz arbeitete im Vorstand einer Getreidegesellschaft. Er ließ 1933 für sich und seine Familie in Berlin-Grunewald eine Villa bauen, die er mit einigen Kunstwerken ausstattete. 1938 flohen Lomnitz und seine Frau vor der Verfolgung über New York nach Kuba. Eines der Kunstwerke aus dem Besitz der Familie Lomnitz tauchte in einem Berliner Museum wieder auf.
Auf der ersten Seite der Akte, die bei der Vermögensverwertungsstelle zu dem Rechtsanwalt Max Michaelis und seiner Frau Edith geführt wurde, findet sich die Bleistiftnotiz „bevorzugt“. Was aus dem Eigentum der Eheleute Michaelis behandelten die Beamten der Vermögensverwertungsstelle hier „bevorzugt“ und warum?
Die Direktrice und Witwe eines Künstlers Recha Storck lebte bis zu ihrer Deportation 1943 in einem Villenviertel in Berlin-Nikolassee. Zu ihrem letzten Hab und Gut, das ihr mit der Deportation geraubt wurde, zählten auch Gemälde ihres Ehemannes Adolf Eduard Storck.
Der Berliner Unternehmer und Kunstsammler Oskar Skaller musste bei seiner Flucht aus Deutschland Umzugsgut zurücklassen. Dazu zählte eine Kiste persischer Keramiken, die die NS-Finanzverwaltung raubte. Welche Rolle spielten die Staatlichen Museen zu Berlin in dem Fall?
29. Juli 1874 in Ostrowo/Posen (heute Ostrów Wielkopolski, Polen)
Gestorben:
21. Oktober 1944 in Johannesburg, Südafrika
Letzter Wohnort:
Württembergische Straße 36, Berlin
Diese Website verwendet ausschließlich technisch notwendige Cookies. Diese Cookies sind für den ordnungsgemäßen Betrieb der Website erforderlich und können nicht deaktiviert werden, ohne die grundlegende Funktionsfähigkeit der Website zu beeinträchtigen.