Als Jüdinnen*Juden Verfolgte mussten ab 1939 der Reichsvereinigung der Juden in DeutschlandZwangsvereinigung aller jüdischen Verbände und Gemeinden, gegründet im Juni 1939. beitreten. Die auf Anordnung des NS-Regimes im selben Jahr gegründete Einrichtung sollte als zentralisierte Interessenvertretung der Jüdinnen*Juden in Deutschland fungieren. Kontrolliert wurde die Vereinigung von der GestapoPolitische Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus, die politische Gegner*innen sowie Jüdinnen*Juden überwachte und verfolgte., die sie auch dafür instrumentalisierte, vor der Finanzverwaltung auf die Vermögenswerte der Deportierten zuzugreifen.
So wurden beispielsweise in sogenannten Heimeinkaufsverträgen ältere Jüdinnen*Juden dazu gezwungen für die angeblich altersgerechte Unterbringung im Ghetto TheresienstadtDas sogenannte Altersghetto Theresienstadt wurde in der alten Garnisonsstadt im heutigen Terezin (Tschechien) als größtes Konzentrationslager (KZ) im Protektorat Böhmen und Mähren errichtet. den Großteil des ihnen verbliebenen Vermögens der ReichsvereinigungZwangsvereinigung aller jüdischen Verbände und Gemeinden, gegründet im Juni 1939. zu überschreiben. Auf die Konten, auf die diese Beträge eingezahlt wurden, konnte die GestapoPolitische Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus, die politische Gegner*innen sowie Jüdinnen*Juden überwachte und verfolgte. direkt zugreifen.
Daneben musste die Jüdische Gemeinde Berlin als Teil der ReichsvereinigungZwangsvereinigung aller jüdischen Verbände und Gemeinden, gegründet im Juni 1939. mit der Finanzverwaltung zusammenarbeiten, um Wohnungen von jüdischen Vorbesitzer*innen bzw. Vormieter*innen, die deportiert wurden, neu zu vermieten.
In dieser schwierigen Lage versuchten die jüdischen Organisationen in allen Lebensbereichen trotz widrigster Umstände den Verfolgten zu helfen.
Quittung des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau der ReichsvereinigungZwangsvereinigung aller jüdischen Verbände und Gemeinden, gegründet im Juni 1939. für geleistete Beiträge, der nach Litzmannstadt deportierten Ella Stein. BLHA, Rep. 36A (II) Nr. 8094, Bl. 36778, Bl. 69
