Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg

Der Einsatzstab des Chefideologen der NSDAP, Alfred Rosenberg, hatte großes Interesse an jüdischen Kunst- und Kultgegenständen sowie Büchern zu jüdischen Themen. Diese wurden für die eigene antisemitische „Forschungstätigkeit“ der Dienststelle verwendet. Zudem erhielt der Einsatzstab in einigen Fällen „entartete Kunst“ aus geraubtem Vermögen. Da diese Gegenstände nicht auf dem freien Markt verkauft werden durften, stellte die Vermögensverwertungsstelle sie dem Einsatzstab unentgeltlich zur Verfügung.

Formularvordruck, maschinenschriftlich ausgefüllt, mit Bleistift unterschrieben
Ergänzungsbestimmungen auf dem Formular „Wohnungsliste“ der Vermögensverwertungsstelle mit Anordnungen zur Abgabe von Büchern an den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg aus der Akte von Max Michaelis, 27. Juli 1942. BLHA, Rep. 36A (II) Nr. 26893, Bl. 56v

Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

Das Reichspropagandaministerium unter Joseph Goebbels erhielt bei der Ausplünderung der aus Berlin deportierten Jüdinnen*Juden einen privilegierten Zugang zu beschlagnahmten Schallplatten und Abspielgeräten. Einzelhändler*innen mussten diese dem Regierungsinspektor Staiger unentgeltlich anbieten und bei Bedarf überlassen.

Formularvordruck, maschinenschriftlich ausgefüllt, mit Bleistift unterschrieben
Ergänzungsbestimmungen auf dem Formular „Wohnungsliste“ der Vermögensverwertungsstelle mit Anordnungen zur Abgabe von Schallplatten und Abspielgeräten an das Propagandaministerium aus der Akte von Max Michaelis, 27. Juli 1942. BLHA, Rep. 36A (II) Nr. 26893, Bl. 56v

Die Vermögensverwertungsstelle

Die Vermögensverwertungsstelle sicherte sich im Zuge des Vermögensraubs vor allem Gegenstände zur Einrichtung der eigenen Diensträumlichkeiten. Geldschränke, Karteikästen, Schreibmaschinen, Bilder, Skulpturen und Büromöbel fanden so den Weg in die Amtsstuben.

Maschinenschriftliches Dokument
Verfügung zum Erstellen einer Liste von für den Dienstgebrauch einbehaltenen Gegenständen aus dem Vermögen von Ausgebürgerten oder Deportierten in der Vermögensverwertungsstelle, 20. Juni 1944. Landesarchiv Berlin, A Rep. 093-03, Nr. 54682, Bl. 467