Der Einsatzstab des Chefideologen der NSDAP, Alfred Rosenberg, hatte großes Interesse an jüdischen Kunst- und Kultgegenständen sowie Büchern zu jüdischen Themen. Diese wurden für die eigene antisemitische „Forschungstätigkeit“ der Dienststelle verwendet. Zudem erhielt der Einsatzstab in einigen Fällen „entartete Kunst“„Entartete Kunst“ war die propagandistische Bezeichnung des NS-Regimes für Kunst, die es politisch und ästhetisch ablehnte. aus geraubtem Vermögen. Da diese Gegenstände nicht auf dem freien Markt verkauft werden durften, stellte die Vermögensverwertungsstelle sie dem Einsatzstab unentgeltlich zur Verfügung.
Profiteer Category: Ministerien und Behörden
Ministerien und Behörden hatten einen privilegierten Zugang zu dem Besitz der Enteigneten.
Erlasse und Verordnungen ermöglichten es, technische Geräte, aber auch Bilder und Möbel für den Dienstgebrauch und die Ausstattung der Dienstzimmer der Verwaltung zu verwenden oder Bücher und Kunstobjekte kostengünstig in die eigenen Sammlungen zu übernehmen.
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
Das Reichspropagandaministerium unter Joseph Goebbels erhielt bei der Ausplünderung der aus Berlin deportierten Jüdinnen*Juden einen privilegierten Zugang zu beschlagnahmten Schallplatten und Abspielgeräten. Einzelhändler*innen mussten diese dem Regierungsinspektor Staiger unentgeltlich anbieten und bei Bedarf überlassen.
Die Vermögensverwertungsstelle
Die Vermögensverwertungsstelle sicherte sich im Zuge des Vermögensraubs vor allem Gegenstände zur Einrichtung der eigenen Diensträumlichkeiten. Geldschränke, Karteikästen, Schreibmaschinen, Bilder, Skulpturen und Büromöbel fanden so den Weg in die Amtsstuben.